Haben wir alle ein Bindungstrauma?

Wie können wir traumatische Ereignisse heilen?

Wir alle haben schmerzhafte Momente in unserer Kindheit erlebt. Doch warum scheinen manche Menschen damit gut durchs Leben zu kommen, während andere – längst erwachsen – noch immer mit den Folgen ihrer Kindheit kämpfen?

Warum fühlen sich manche Menschen trotz toller Partnerschaft, gutem Job und finanzieller Stabilität unsicher? Warum werden sie von Verlustängsten gequält, geraten immer wieder in toxische Beziehungen oder leiden unter Depressionen?

Weil es meist nicht die Erfahrungen an sich waren, sondern die Art und Weise wie unser Nervensystem diese Erfahrungen verarbeitet hat.

Eine Freundin von mir hat erlebt, wie ihr Vater in ihren Armen an Herzversagen starb. Sie versuchte noch, ihn zu reanimieren. Als wir darüber sprachen, sagte sie: „Ich habe keine negativen Erinnerungen daran. Keine Ängste. Ich bin fein damit.“

Mein Vater starb ebenfalls an Herzversagen. Ich war damals 20 Jahre alt. Und obwohl dieses Ereignis Jahrzehnte zurückliegt, spüre ich manchmal noch heute eine beklemmende Angst, dass Simon plötzlich sterben könnte.

Warum reagieren wir so unterschiedlich?

Ein Teil der Antwort liegt in unserer Resilienz. Doch Resilienz entsteht nicht einfach von selbst. Resilienz entwickelt sich vor allem durch sichere Bindungen.

Wenn ein Kind immer wieder erlebt: Jemand ist für mich da. Ich werde gesehen. Ich werde getröstet. Ich bin sicher…, dann lernt sein Nervensystem, auch in schwierigen Situationen wieder in die Ruhe zurückzufinden.

Fehlt diese Erfahrung über längere Zeit, können Bindungsverletzungen entstehen. Zum Beispiel durch die wiederkehrende Erfahrung nicht verstanden zu werden, mit Gefühlen allein zu bleiben, keine emotionale Sicherheit zu erleben oder sich anpassen zu müssen, um Liebe zu bekommen.

Diese Erfahrungen hinterlassen Spuren. Nicht nur in unseren Erinnerungen, sondern tief in unserem Nervensystem.

Deshalb können wir als Erwachsene zwar wissen, dass wir eigentlich sicher sind – und uns trotzdem nicht sicher fühlen.

Ein Bindungstrauma entsteht also durch die wiederholte Erfahrung von Unsicherheit in Beziehungen.

Und genau deshalb kann ein Bindungstrauma auch nicht nur über positives Denken, Meditation oder Übungen für den Vagusnerv geheilt werden.

Ein Bindungstrauma heilt in Beziehungen.

Dank Beziehungen, in denen wir erleben, dass wir mit unseren Gefühlen willkommen sind. Dank Menschen, die bleiben, auch wenn wir uns verletzlich zeigen, uns wirklich zumuten. Durch die Erfahrung von Sicherheit, Vertrauen und Verbundenheit.

Heilung bedeutet nicht, die Vergangenheit zu vergessen, zu verdrängen oder immer wieder aufzuarbeiten. Heilung entsteht, wenn unser Nervensystem neue, sichere Beziehungserfahrungen machen darf.

Hast Du Menschen, bei denen Du Dich schwach und verletzlich zeigen kannst? *

Auch solche, bei denen Du Dich radikal ehrlich zumuten darfst, ohne dass dadurch die Verbindung abbricht? *

Da wir beide Harmonie lieben, fällt es uns manchmal schwer, radikal ehrlich zu sein. Doch weil wir wissen, dass Konflikte essentiell sind, um uns weiter zu ent-wickeln, sind wir seit längerem auf einer Schatten-Erforschungsreise. Wir möchten entdecken, was sich hinter dem Vorhang verbirgt…

Fühlst Du Dich stabil genug, um Deinen Schatten zu begegnen und immer authentischer und ganzer zu werden? Unsere Schattenreise unterstützt Dich darin, Dein Potential voll auszuschöpfen und Dich damit der Welt zuzumuten.

Wir wünschen Dir viel Mut, Verbundenheit und Freiheit - gerade dann, wenn es mal kracht...

Herzlich,
🌕 Michèle & Simon

*Wir stellen uns gerne zur Verfügung!