In unserem letzten Brief haben wir über den Unterschied zwischen Gefühlen und Pseudogefühlen geschrieben.
Aber was, wenn wir gerade keinen Zugang zu unseren Gefühlen haben?
Wir funktionieren.
Vielleicht fühlen wir uns dumpf.
Wie wenn eine Blase um uns wäre.
Oder wir im Sumpf stecken.
Wir spüren keine Gefühle.
Vielleicht aber Körperempfindungen.
Druck.
Müdigkeit.
Gereiztheit.
Niemand wird gefühlsentkoppelt geboren.
Kinder fühlen alles.
Doch viele von uns haben früh gelernt:
- „Reiß dich zusammen."
- „Sei nicht so empfindlich."
- „Sei stark."
Was ein Kind nicht fühlen darf, lernt es zu verdrängen.
Um sich zu schützen.
Mit uns ist nichts falsch, wenn wir nicht fühlen können.
Es war eine sinnvolle Strategie, um zu überleben.
Um den Schmerz, den uns in der Kindheit überwältigt hätte, nicht spüren zu müssen.
Gerade bei überfordernden oder traumatischen Erfahrungen, kappt das Nervensystem den Zugang zu unseren Gefühlen, damit wir weiter funktionieren können.
In der ursprünglichen Notsituation war diese Reaktion hilfreich.
Doch unser System will die damals nicht gefühlten Gefühle nachholen, um die damalige Erfahrung zu vervollständigen, zu integrieren, zu heilen.
Darum sucht es sich heute Erfahrungen, die der damaligen Situation in irgendeiner Weise ähnlich sind, in der Hoffnung, dass wir heute kompetenter damit umgehen können.
Damit wir heute fühlen können, was damals verdrängt wurde.
Wenn wir achtsam sind, können wir in einer unangenehmen Situation zuerst die Körperempfindungen zu den Gefühlen wahrnehmen
- Druck im Brustkorb
- Enge im Hals
- Knoten im Bauch
- Müdigkeit
- Unruhe
- Gereiztheit
Und dann entdecken wir das Gefühl:
"Ich bin sauwütend!"
„Ich bin traurig."
„Ich habe Angst."
„Ich fühle mich unsicher."
Der Weg zum Fühlen führt über das Wahrnehmen der Körperempfindungen.
Gefühle kommen zurück, wenn uns Zeit nehmen um zu forschen
- In der Stille
- In der Natur
- In Bewegung
- In einer Umarmung
Kennst Du einen empathischen Menschen, dem Du Dich anvertrauen kannst? Dem Du erzählen kannst, wie es sich anfühlt, (gerade) nicht fühlen zu können?
Falls nicht, fühl Dich bei uns willkommen! Der RAUM FÜR VERBINDUNG ist ein Ort, in dem wir auf spielerische Weise unserem Körper lauschen, unsere Gefühle erkunden, unseren Gedanken klären: Beim kreativen Schreiben, mit Playfight, im Frauenkreis, in der Pilatesstunde, beim Tanzen oder 1:1 in der Bewegungstherapie. Ein Raum in dem Grenzen respektiert werden. Ein Raum in dem wir eine Pause vom Alltag haben, jedoch ohne uns von der Welt abzuwenden.
Denn die Welt braucht die fühlende Menschen!
Wir wünschen Dir einen fried- und freudvollen Frühling!
Herzlichst, Michèle & Simon

