Unterschied zwischen echten "Pseudo-Gefühlen"

Wie Gefühle uns mit unseren Bedürfnissen verbinden

Lieber Mensch

Erfüllende Beziehungen zu leben und unsere Erfahrungen weiterzugeben – das ist unser WARUM.

Denn wenn wir nicht den absoluten Rückzug wählen und uns z.B. als Einsiedler in eine Höhle zurückziehen wollen, stehen wir ständig in Beziehung mit anderen Menschen.

Mit Menschen, deren Anwesenheit uns glücklich macht. Mit Menschen, bei denen wir uns frei und leicht fühlen.

Und auch mit Menschen, die uns triggern – bei denen uns allein der Gedanke an sie Energie raubt…

In unserem letzten Brief haben wir den Unterschied zwischen Bedürfnissen und Strategien beleuchtet.

Heute möchten wir uns einem anderen, enorm verbreiteten und oft folgenschweren Missverständnis zuwenden: Wir sagen „ich fühle“, meinen aber eigentlich „ich denke“.

Zum Beispiel im Satz:
„Ich fühle mich von ihr hintergangen.“

Genauer wäre:
„Ich denke, dass sie mich hintergangen hat.“

Und was fühle ich dabei wirklich?
Vielleicht Verunsicherung, Wut oder Einsamkeit?

Oder: „Ich fühle mich nicht ernst genommen.“

Auch hier steckt ein Gedanke dahinter.
Das tatsächliche Gefühl könnte Traurigkeit, Frustration oder Hilflosigkeit sein.

Echte Gefühle sind im Körper wahrnehmbar.
Körperempfindung wie z.B. eine Spannung im Bauch, ein Druck in der Brust, ein Kloß im Hals weisen uns darauf hin, dass starke Gefühle präsent sind.

Warum ist es so wichtig zu fühlen?
Weil Gefühle uns mit unseren Bedürfnissen verbinden.

Wenn wir sie wahrnehmen und benennen können, entsteht Klarheit – in uns selbst und in der Beziehung zu anderen.

Und aus dieser Klarheit heraus wird echte Verbindung möglich.

Ja, Gefühle können unangenehm sein. Ja, es ist kurzfristig oft einfacher, nicht zu fühlen. Doch der Preis, den wir dafür bezahlen, ist hoch: Wir schwächen die Verbindung zu uns selbst und den Menschen, die uns wichtig sind.

Umgekehrt gilt: Je mehr ich mich darin übe, meine Gefühle zu spüren und zu kommunizieren, desto tiefer, kraftvoller und echter wird meine Beziehung zu mir selbst und meinen Mitmenschen.

Erfolgreiche Kommunikation bedeutet, mich selbst besser zu verstehen und verstanden zu werden. Damit wir Raum haben für das was uns wirklich wichtig ist.

In gefühlter Verbundenheit 😉
🌕 Michèle & Simon