Machen wir es wie Pippi Langstrumpf!
Im letzten Brief haben wir aufgezeigt, dass Bindungstraumata durch überfordernde Beziehungserfahrungen entstehen und daher auch nur in Beziehungen heilen können.
Heute möchten wir daran erinnern, wie wir uns konkret stärken und heilen können. Zum Beispiel, indem wir einfach so leben, wie Pippi Langstrumpf es uns vorlebt:
1. Sichere Beziehungen pflegen
Menschen heilen in Beziehung. Suche bewusst den Kontakt zu Menschen, bei denen du dich gesehen, verstanden und angenommen fühlst. Bereits eine einzige verlässliche Bezugsperson kann einen enormen Unterschied machen.
Mach es wie Pippi: Leg dein Handy weg und sei in echtem Kontakt.
2. Gefühle wahrnehmen statt wegdrücken
Resiliente Menschen haben nicht weniger schwierige Gefühle – sie erlauben sich, diese zu fühlen. Trauer, Wut, Angst oder Enttäuschung dürfen da sein. Gefühle, die wahrgenommen werden, können verarbeitet werden.
Wenn du Kinder hast, versuche ihre unangenehmen Gefühle zu benennen, sodass sie sich dieser bewusst werden.
3. Den Körper als Ressource nutzen
Unser Nervensystem reguliert sich über Bewegung. Spaziergänge, bewusste Atmung, Yoga, Tanzen oder andere körperorientierte Methoden helfen, Stress abzubauen und wieder in einen Zustand von Sicherheit zu finden. Playfight zum Beispiel ist eine sehr effiziente Methode, um das Nervensystem zu regulieren.
Rauf mit deinen Kindern und Freunden! Pippi würde jubeln!
4. Die eigene Geschichte verstehen
Resilienz wächst, wenn wir Zusammenhänge erkennen. Wer versteht, warum bestimmte Situationen heute starke Reaktionen auslösen, kann mit mehr Mitgefühl auf sich selbst schauen.
Höre dir und anderen zu. Schenke dir selbst Mitgefühl, statt dich für dein Verhalten zu verurteilen. Pippi kennt keine Schuld und keine Scham.
5. Kleine Erfolge bewusst wahrnehmen
Unser Gehirn ist darauf programmiert, Gefahren stärker wahrzunehmen als Erfolge. Deshalb lohnt es sich, jeden Tag bewusst auf das zu schauen, was gelungen ist. So trainieren wir unser Nervensystem, Sicherheit und Selbstwirksamkeit wahrzunehmen.
Für deine Familie: mehr Wertschätzung anstelle von Kritik! Und vor allem: mehr Lachen. Zum Beispiel über sich selbst!
Wir sehen: Resilienz ist keine angeborene Eigenschaft, die man entweder hat oder nicht hat. Sie ist vielmehr eine Fähigkeit, die wir ein Leben lang entwickeln und stärken können.
Und resilient wird ein Kind nicht, wenn es vor allen schwierigen Erfahrungen behütet wird. Wir wachsen an Herausforderungen – wenn wir uns dabei nicht allein gelassen fühlen.
Wenn wir uns selbst als stark, verbunden, autonom, präsent, entspannt und wirksam erleben, spiegelt sich dies in unserem Umfeld wider.
Die Welt braucht wache, verbundene und starke Menschen.
Wir wünschen dir einen dich stärkenden Sommer.
In Verbundenheit, Michèle & Simon

